Sonntag, 9. Juni 2019

Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa

Kann das sein?
Kann ich mit meiner Kritik an dem unnötig trabendem Stil von Neuwirth recht haben?
Haben die Lektoren von Suhrkamp und von Corpus Coranicum alle geschlafen
und nur ich bemerke, dass Göttin nackt ist bzw. ihre Kleider das Geld nicht wert sind?
Hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ihr nicht 2013 den Sigmund-Freud-Preis für wissen­schaftliche Prosa zuerkannt?
Doch halt!
Die Laudatio hielt das Jurymitglied Navid Kermani und ---
er erwähnt die Sprache Neuwirths mit keinem Wort!
Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn jemand bei Verstand,
jemand wie Kermani wirklich die Prosa des* Preis­träger*s loben könnte.
Er gab ihr den Preis gegen Theo Sarrazin und gegen Pierre Vogel, wegen dem, was er für den Inhalt der Bücher hält ((ich behaupte: es gibt gar keinen klaren Inhalt, trotz der vielen Wörter)), für ihre Haltung, aber gewiss nicht für ihre Sprache.

Aporie der Umstehenden

Dass es Neuwirth nicht darum geht, verstanden zu werden,
schon gar nicht von den 99,9 normalen Menschen,
sondern nur darum, Wind zu machen,
erkennt man an dem nötigen Gebrauch von Fremdwörter:

Was soll "Aporie der Umstehen­den" bedeuten.
Nach der Lektüre der Texte Neuwirths kann ich mir nicht vorstellen,
dass sie sich irgendetwas dabei gedacht hat,
außer dass es gebüldet klingt.
... ist aber hohl.

begegnen

"Bei Aldi begegnen Preissteige­rungen."
"Auf der A 101 begegnen Unfälle."
Mir begegnen solche Sätze nie.
Nach meinem "Duden. Das große Wörterbuch der deutsche Sprache" in sechs Bänden von 1977 kann man "begegnen" nicht absolut im Sinne von "vor­kommen" benutzen.
Weil Idiot*en wie Angelika Neuwirth das Wort aber ständig so benutzen,
und da der Duden ja nur wieder­gibt, was benutzt wird,
wird es heute verzeichnet.
Aber nur über meine Leiche.
Kein*e kompetente*r Sprecher* der deutschen Sprache benutzt das Wort so,
nur A...löcher*, Leute*, die sich für was besseres halten,
Dummköpfe*, die die Leere in ihrem Kopf durch "gehobenen", gekünstelte, ge­drech­selte Sprache ver­decken wollen.
Bei mir erreichen sie das Gegenteil: Ich kotze.




Doch "begegnen" ist nicht das einzig "gehoben" gebrauchte Wort.
Es geht mir nicht um ein fremdes Konzept, etwas was man nicht in nor­malem Deutsch ausdrücken kann, sondern darum dass man auf teufel­komm­raus anders schreiben muss als kompe­tente Sprecher der Sprache, die nicht im Elfen­beinturm aufgezogen wurden.

... und Muḥammad sein Prophet

A. B. Neuwirth schreibt von der "Zentralität der Prophetie" in den Suren der zweiten Phase.
Pro-phetie ist "Voraus-sage eines zukünftigen Geschehens, Prophe­zeiung, Weis-sagung, Hell-sehen".
Prophetie spielt im Koran keine Rolle.
Aber, werden sie jetzt sagen: Aber Muḥammad ist doch sein Prophet.
Pustekuchen!
Er ist Gottes Gesandter (rasûl), sein Sprecher (nabī), Über­bringer eines Buches; (Ver-)Künder, Warner.
Von Vorher-Sagen/Pro-phetie ist nicht die Rede.
Begegnen Neuwirth ist nicht die Einzige, die Falsches nachplappert,
doch für sie ist es typisch.

Das hebräische "Nabi" für "Sprecher" Gottes hat man ins Griechische mit dem Wort für Orakel­deuter, Vorher­sager über­setzt, weil "Angelos/Bote" schon für מַלְאָךְ/Engel/ملاك vergeben war.
Und so verfuhr man mit dem verwandten arabischen Wort.
Doch da im Deutschen die griechische Grundbedeutung -- vor allem bei "Pro­phetie", aber auch sonst -- gilt, wäre es besser, wenn man die entsprechenden Gestalten der Hebräischen Bibel "Sprecher" (spokesperson, analog zu "Regierungssprecher" Gottes­sprecher, Künder) nennte -- und so auch Muḥammad.
Im Glaubensbekenntnis kommt "Nabi" übrigens gar nicht vor: ... wa Muḥammadan Rasūl Allāh, Gottes Gesandter, Gottes Apostel.
Aber Luther schreibt doch von "Propheten", es kann doch nicht dein Ernst sein, dass wir das durch "Sprecher" oder "Ver-Künder"ersetzen sollen?
Dass man etwas "schon immer" falsch gemacht hat, ist kein Grund es weiter so zu machen.
Christen deuteten viele Stellen der Hebräischen Bibel als Vorher-Sagen des Gesalbten (=Christos) Jesus von Nazareth. Deshalb gefiel ihnen die Fehl­übersetzung von Nabi.
Ein Grund mehr, sie endlich zu korrigieren.

Samstag, 8. Juni 2019

parfumierte Scheiße

Nach Konzelmann und Tibi ist Neuwirth (West-)Deutschlands führende*r Islam-Kenner*.
Islamwissenschaftler* ist keine*r, vielmehr Journal­ist*, Politik­wissenschaftler*, Arabist*.
Neuwirth hat viel Geld locker gemacht für Corpus Coranicum, ein auf 18 Jahre ange­legtes Projekt zur Erfor­schung des Korans.

Auf der web site des Projektes und bei Suhrkamp veröffentlicht Neuwirth viele Schachtel­sätze ohne eigene Ideen: Phili-Jargon statt klaren Aussagen ‒ für meine Sinne: par­fümierte Scheiße.
Corpus Coranicum (CC) besteht aus drei Modulen
Logisch wäre es gewesen, dass der Kommentar erst anfängt, wenn der Text (Modul 1) etabliert ist und die Texte aus dem Entstehungskontext (Modul 2) weitgehend er­schlossen sind.
Doch Neuwirth schrieb ihre Einleitung sofort -- auf der Basis des bei deutschen Orientalisten als Standard geltenden Textes des Gizeh-Drucks von 1924 (den Neuwirth in dem Buch mit zwei verschiedenen von Ihr erfundenen Titeln nach Kairo 1925 verlegt).
Parallel schrieb Nicolai Sinai den Kommentar zu den frühsten Suren.
Die nächste Scheibe schreibt die Chefin selbst.
Mittelamerika und Mittelmaß sind mir bekannt.
Aber was ist Mittelmekka? downtown oder was?

Die "deutlich an den Psalmen orientierte" Kurzsure der frühen Phase?
Oder die deutlich diskursivere viergliedrige Sure der mittleren Phase?

Dass die Kurzsuren DEUTLICH psalmen­artig seien, ist bloße Behauptung.
Sinai und Neuwirth betonen immer wieder, dass Schwur­formeln (Beim Jupiter, Beim Bart, Bei den galop­pieren­den Nacht­sternen oder so was) und eschato­logische Temporal­sätze für die frühen Suren typischen seien.
Mir sind in den Psalmen weder Schwüre noch Schilde­rungen der Hölle besonders aufgefallen.
Es mag ja sein, dass es in den Suren psalmen­artig zugeht, doch sollte Neu­wirth das nicht vage behaupten, sondern nam­haft machen.

Meines Wissens gibt es zig christ­liche Liturgien. Bei Äthiopiern andere als bei Armeniern, in Najran andere als in Fustat, bei Griechen andere als bei Geor­giern, als bei Syrern. Und dass die Juden nach dem gleichen Libretto beten, ist mir auch neu. Mir ist die Aussage schlicht zu vage -- Neuwirth halt.
Es sind nicht einzelne Teile einzelner Riten,
die Neuwirth aus den Suren heraus­hört,
sondern "der Ablauf voll­ständiger ... Gottes­dienste"
wird in den Suren nachgebildet.
Vermutlich haben Karaäer, Samaritaner, Juden­christen und Kopten ein Libretto herausgegeben, das der Sure als Vorlage diente.

Ähnlich wie der geniale Trump die göttliche Neuwirth:
Sie argumentiert nicht wie Wissenschaftler*, sie dekretiert.
Bei ihr IST etwas, es ist nicht bloß plausibel,
es passt nicht nur zur Annahme Y, ist nicht eine Folge der Grundes Z,
es IST.
Und wie bei Trump sind alle anderen Menschen ungenügend.
Wer nicht aus Neuwirths Winkel blickt, sieht es falsch.

Mittelmekka -- Unsinn

Begegnen Neuwirth und viele andere Insider-Jargonisten sprechen von "Mittelmekka", womit sie keineswegs die Downtown, die Mitte vo...